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Dinosaurier im Morast Diesen Artikel ausdrucken

Geschrieben von Stefan Fischer  am  27. August 2010

Das Bild gefällt den drei Männern: Sie malen sich aus, dass die Dinosaurier deshalb ausgestorben sind, weil sie irgendwann allesamt im Morast versunken sind. Zentimeter für Zentimeter. Dem Trio bleibt selbst nicht mehr viel Zeit auf der Erde; genug allerdings, um über mögliche Reinkarnationen zu albern. Vielleicht werde man als Fliege zurückgeschickt auf die Welt. „Das ist aber ein kurzes Vergnügen“, mault einer der drei Männer. „Ja, schon“, entgegnet sein Kumpel, aber immerhin kenne man deren Raison d’être bereits aus dem jetzigen Leben: Du machst wahnsinnig viel Wind, bist dauernd auf Achse und nervst alle um dich rum.

„Die Kadaver“ ist ein äußerst komischer Text über den Tod – weil ihm keine Ängstlichkeit gegenüber seinem Gegenstand innewohnt. Raymond Federman hat ihn geschrieben, kurz bevor er im vergangenen Oktober im Alter von 81 Jahren gestorben ist. Unentwegt hat Federman, der als Einziger aus seiner Familie nicht im Holocaust umgekommen ist, vom Überleben erzählt. Auch dieses Gespräch dreier Alter über ihren Abschied aus dem Diesseits ist vergnügt, selbstironisch, lebenslustig – was soll ihnen schon passieren, wenn sie dereinst tot sind. Dann, als Kadaver, gehe das Leben erst richtig los. Katja Langenbach hat Federmans Geschichte für den BR als Hörspiel inszeniert, mit René Dumont, Oliver Nägele und Stefan Wilkening. Sie hat sich also für Schauspieler in den besten Jahren entschieden, für Stimmen, in denen nichts abgeklärt Altersweises mitschwingt. Auch das ist – neben den überdrehten Dialogen – ein Ablenkungsmanöver gegen die Gedanken an den Tod. Aus dem Hörstück ist aber dennoch Neugier und sogar Freude herauszuhören – auf das Danach. Stefan Fischer

Bayern 2 sendet „Die Kadaver“ am Freitag, 27. August, um 20.30 Uhr. Nach der Ursendung steht die Produktion als Download im Hörspielpool des BR zur Verfügung.

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