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Die Onlineausgabe der Kulturzeitung der Bayerischen Theaterakademie

Vernünftig stranden! Diesen Artikel ausdrucken

Geschrieben von admin  am  17. November 2010

Früher fragte man: „Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?“ Heute müsste die Frage lauten: „Wo finde ich noch eine einsame Insel?“

Der (Alp-)Traum des Verschollen-Seins geistert seit jeher durch die Kulturgeschichte: „Die Insel der blauen Delphine“, „Herr der Fliegen“, „Die blaue Lagune“ und natürlich: „Robinson Crusoe“ sind Literaturklassiker der Einsamkeit und der Extreme. Aber auch in Film und Fernsehen wird der Reiz der einsamen Insel zelebriert, jüngstes Beispiel ist die weltweit erfolgreiche Fernsehserie „Lost“.

Doch wo kann man in einer vermessenen, vernetzten Welt heute überhaupt noch vernünftig stranden, ohne gleich via Google Earth dabei beobachtet zu werden? Sicher nicht auf der Robinson Crusoe-Insel, einem zu Chile gehörenden Archipel, das bestens erforscht und besiedelt ist, auch wenn Anfang dieses Jahres ein Tsunami für Zerstörung sorgte.

Die Rückzugsorte auf unserem Planeten werden immer weniger. Das Radio-Feature reist von Robinson Crusoes Insel aus durch die Philosophie- und Kulturgeschichte des Alleinseins. „Nur wenn man allein ist, ist man frei!“, wusste schon Schopenhauer. Deshalb ist das Feature eine Aufforderung zum Inselismus, zu mehr Einsamkeit, die, wenn sie zu viel wird, ganz einfach gelindert werden kann, wie schon Daniel Defoe wusste: „Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten“.

Hier klicken, hören und vereinsamen: Robinson 2.0 – Die Unmöglichkeit einer Insel

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