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Die Onlineausgabe der Kulturzeitung der Bayerischen Theaterakademie

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Geschrieben von Stefan Fischer  am  15. Dezember 2011

Unter den französischen Theaterautoren ist er gegenwärtig der wortmächtigste: Valère Novarina nutzt Doppeldeutigkeiten und Sinnverwandschaften weit virtuoser als andere; und wo dem Französischen das Vokabular ausgeht, erfindet er neue Wörter. Lange war Novarina ein Außenseiter der Literaturszene seines Landes. Das hat sich geändert: Mit “L’Acte Inconnu” etwa hat er 2007 das Theaterfestival in Avignon eröffnet. Vom Kartenverkauf für die Auftaktinszenierung hängt jeweils die Wirtschaftsbilanz des Festivals maßgeblich ab, daran lässt sich ermessen, wie groß die Zugkraft Novarinas inzwischen ist.

In Deutschland ist er indessen kaum bekannt – seine Texte sind schwer zu übersetzen. Schon deshalb ist es verdienstvoll von Leopold von Verschuer, dass er ein Kapitel aus dem opulenten Drama “La Chair de l’homme” extrahiert und als Hörspiel inszeniert hat: “Dem unbekannten Gott” zitiert 311 Gottesdefinitionen. Die scheinbar bloße Aufzählung wird in dieser Inszenierung zur Liturgie, zum Weihespiel. Das Undefinierbare zu formulieren, Worte zu finden, wo es eigentlich keine gibt – das ist die künstlerische Lebensaufgabe Valère Novarinas. Stefan Fischer

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