Die Online-Ausgabe der Kulturzeitung der Theaterakademie August Everding

cult Nr. 49 vom Januar 2014

cult Nr. 49

cult Nr. 49

Editorial

 Wir passen auf und gucken streng. Nicht nur im Fernsehen, sondern auch im Kino und vor dem Computerbildschirm. Dabei lockt das israelische Fernsehen RTL mit Rising Stars, Martin Scorseses Tourette-Sinfonie prügelt uns ins Delirium und im neuen Videospiel können wir, wie im echten Leben, bestenfalls scheitern.

Viereckige Augen vorprogrammiert.

Deswegen geht die Redaktion auch mal ins Theater, gerät dabei im Schützengraben zwischen die Fronten, grrrmmmmm t-t-t-t tssssssssssssss, und fröhnt bei Champagner dem Exzess, mit der obligatorischen Nacktheit.

Diesmal exklusiv:

Schmissige Lausbubengeschichten aus der frechen Münchner Kunstszene. Ultra-Medial. Dazu gibt es Kuchen, da Brot zu teuer geworden ist, und zehn Jahre alten Pinot Noir: Wir genießen das Leben in vollen Zügen – als Stoiker ­unter den Ruhigen.

Inhaltsverzeichnis

Fernsehen

Watching the Watchmen

Wer fernsieht, sieht Zucht und Ordnung. Was in jeder Minute ausgiebig inszeniert wird, kann leicht verinnerlicht werden – Seite 1, 2, 3

Dort entlang, bitte!

RTL hat seine neue Castingshow „Rising Star“ in Israel eingekauft. Lässt sich deren sehr spezieller Erfolg nach Deutschland übertragen? – Seite 8, 9

 

Theater

Die Chemiker

Hundert Jahre Giftgas bei „Weltenbrand“ in der Münchner Schauburg – Seite 4

Soll sie doch heulen!

„Kirschgarten“ im Staatstheater Kassel: Alle schreien – Seite 4

Traum in Schwarz-Weiß

Ein ambitioniertes Theaterexperiment zwischen Bühne und Roman: Luk Perceval inszeniert „Schande“ nach Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee an den Kammerspielen – Seite 5

Raus aus dem gläsernen Gefängnis

Die Regensburger Theater blühen auf, weil sie sich wieder auf den Menschen konzentrieren – Seite 6

Mehr Champagner!

„Bunbury oder Von der Notwendigkeit, ernst zu sein“: Marius von Mayenburg lebt im Cuvilliéstheater Oscar Wildes verbale Obszönitäten frei aus – Seite 7

Film

Pimp my Lebenslauf

Die feinfühlige Liebesgeschichte „Hannas Reise“ beschreibt humorvoll das deutsch-israelische Verhältnis der dritten Generation nach dem Holocaust – Seite 10

Die Money-Maker-Meute

Martin Scorsese widmet sich in „The Wolf of Wallstreet“ erneut seinen Lieblingen: Gangstern, DiCaprio und New York. Eine FSK-12-Kritik – Seite 12

Glück im Spiel. Geld für die Liebe

„Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einach verprasst.“ Jordan Belfort hätte es nicht besser sagen können. Eine FSK-16-Kritik – Seite 13

Skandal im Festbezirk

„Der blinde Fleck“ inszeniert die Recherchen zum Oktoberfestattentat – Seite 14

Der große amerikanische Schwindel

Mafia und Disco, FBI und Liebe in „American Hustle“ – Seite 15

Irrwege des Kriegers

„47 Ronin“, ein japanischer Nationalmythos im Kino – Seite 16

Wie ein guter Pinot Noir

Ron Burgundy ist zurück: Gewohnt frauenfeindlich und politisch höchst inkorrekt – Seite 16

Die Üppigkeit des Mobiliars

Die filmische Welt der Objekte: Ein Band der Reihe „Film-Konzepte“ widmet sich in mehreren Aufsätzen den Werken Sofia Coppolas – Seite 17

Performance

Das nukleare Herz spielt verrückt

Das Künstlerkollektiv „Berlin“ vereint verhärtete Fronten in der Stadt des Friedens – Seite 11

Literatur

Nach der Messe ist vor der Messe

Was macht überhaupt ein Literaturagent? – Seite 18

„Wie die Scheiben brennender Irrenhäuser“

Neologismen und scheinbar wild gewordene Satzzeichen, Zynismus und hermetische Textkonstrukte: Arno Schmidt ist kein Autor, mit dem man sich leicht tut. Nun wird der „deutsche Joyce“ 100 Jahre alt – Seite 19

Reportage

Kreislaufprobleme

Der Faszination Modelleisenbahn auf der Spur – Seite 20, 21

Digital

Der First-Person Kafka-Simulator

Nur Spielzeug? „The Stanley Parable“ ist ein Spiel über das Spielen, intellektuell und äußerst witzig – Seite 22

All Work and All Play

Ein Sommer kann alles verändern. Erst recht in „The Novelist“, wenn ein Geist mitspielt und heimlich Wege vorgibt – Seite 23

Kunst

Künstler ohne Grenzen

Institutionen in München öffnen sich für raum- und medienübergreifende Arbeiten

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